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Persona und Persönlichkeitspanorama

mathiasp Monday April 26, 2021

Ich gebe es zu: ich habe mich einigermaßen ausführlich mit dem Neurolinguistischen Programmieren beschäftigt. Und auch wenn die fröhlichen Versprechungen aus den 70ern sich längst als falsch herausgestellt haben, so finde ich doch immer noch interessante und anwendbare Mehoden und Konzepte für mich.

Eines davon sind die soganannten "Logical Levels" nach Robert Dilts, nach denen die Ebenen Mission -> Identity -> Beliefs&Values -> Skills -> Behaviour und Environment aufeinander aufbauen und sich vor allem in Pfeilrichtung beenflussen.

Als Beispiel: es kann eine Person geben, die, sagen wir, handwerklich versiert wäre, aber weil man in der Familie "so etwas nicht macht", sich niemals auch nur traut, ein Leuchtmittel auszuwechseln. Hier überdecken die gelernten Beliefs den vorhandenen Skill, das Verhalten zeigt sich nie.

Das wird nun genutzt, um im Coaching Klienten davon zuüberzeugen, dass sie alles können, dass sie super sind, einfach alles machen sollen, wird schon gut gehn. Und das kann erfolgreich sein: wenn ein Klient tatsächlich Fähigkeiten hat, die nur von Glaubenssätzen überdeckt werden. Dann wird ein Klient nur mit "ich kann das" auf einmal deutlich mehr Fähigkeiten zeigen. Wenn hingegen die Fähigkeiten nie da waren, dann nützt auch kein noch zu überzeugtes "Ich kann das", und die Umwelt muß das gruselige Ergebnis (er-) tragen.

Persona? Persönlichkeitspanorama?


Es gibt einen Zusammenhang: versprochen!

Obige Levels werden in dem NLP-Format PersönlichkeitsPanorama von Daniela Blickhan genutzt, um es Klienten und Therapeuten zu ermöglichen, in kurzer Zeit ein ein Bild vom aktuellen Innenleben des Klienten zu erhalten,

Und da eine Persona eine fiktive Person ist, kann glaube ich ein Persönlichkeitspanorama für diese fiktive Person ein guter Ansatz sein, der Persona mer "Leben" einzuhauchen.

Vorgehen für ein "Persona-Panorama"


Parallel zum Persönlichkeitspanorama ist es das Zwischenziel, im Kontext wichtige Eigenschaften der Persona festzuahlten und mit den logischen Leveln zu klassifizieren.

Dann können diese auf farbige Karteikarten notiert werden, eine Farbe pro logischem Level, als Vorbereitung für das eigentliche Panorama.

Jetzt wird ein Platz gebraucht, ich ziehe den Fußboden vor, andere nutzen eine Wand, auf der man die Karten mit Stcknadeln befestigen kann.

Die Karten werden etwas ausgebreitet, so dass jeder mehr als eine Karte sehen kann, und jeder kann eine Karte nehmen, und auf dem noch leeren Platz, also z.B. dem Fußboden, plazieren. Das geht so weiter, Karte um Karte. Dabei können jederzeit Diskussionen geführt werden, wenn eine Karte nach Ansicht der anderen Teammitglieder an einen anderen Platz gehört.

Um diese Diskussion(en) zu ornden, sollte eine Karte nach der anderen plaziert werden, und jede Diskussion zu ihrem Ende kommen, bevor die nächste Karte gelegt wird.

Am Ende wird sich aus den gelegten Karten ein Bild ergeben, oft ein ganz detulich strukturiertes Bild. Manchmal liegen z.B. alle Verhaltenskarten unten, oder um das Panorama angeordnet, dann wieder sind sie immer in der Nähe passender Werte angeordnet, jedes Panorama ist anders.

Nachdem das Panorama fertig gestellt ist, sollte die Gruppe es eine Weile auf sich wirken lassen, nur 5 Minuten. Danach sagt jeder, was er im Prozess über die Persona gelernt hat, was das für Auswirkungen auf das Produktdesign, auf die Customer Journey oder was auch immer haben kann.

Dieser Prozess ist nicht zu zeitaufwändig, wird aber viele zusätzliche Informationen ans Licht bringen, die vorher unbewußt vor sich hinschlummerten.

Und er bringt die "Persona" näher ins Leben, aktiviert die unbewußten sozialen Fähigkeiten der Teammitglieder für diese Persona, und macht es so einfacher, passende Prozesse für diese Persona zu gestalten.